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90 Jahre Kościuszko-Museum – ein Stück Weltgeschichte mitten in Solothurn

Stefanie Ingold
vor 3 Minuten
2 Min. Lesezeit


Manchmal begegnet uns Geschichte dort, wo wir täglich vorbeigehen. Mitten in unserer Altstadt, an der Gurzelngasse 12, befindet sich ein solcher Ort: das Kościuszko-Museum. Seit 90 Jahren erinnert es an den polnisch-amerikanischen Nationalhelden Tadeusz Kościuszko – und an ein besonderes Kapitel unserer Stadtgeschichte.

Kościuszko kam 1815 nach Solothurn. Nach einem bewegten Leben fand er hier bei der Familie Zeltner eine neue Heimat. Er bezog eine Wohnung an der Gurzelngasse 12 und verbrachte dort seine letzten beiden Lebensjahre. 1817 starb er in Solothurn.

Fast 120 Jahre später entstand genau an diesem Ort das Kościuszko-Museum. Am 27. September 1936 wurde es feierlich eröffnet. Gleichzeitig wurde die Kościuszko-Gesellschaft gegründet, die sich seither um das Museum und die polnische Gedenkstätte in Zuchwil kümmert.


Dass sich in Solothurn ein Museum für einen polnischen und amerikanischen Nationalhelden befindet, mag auf den ersten Blick überraschen. Doch gerade darin liegt für mich seine besondere Bedeutung. Es erzählt nicht nur von einem aussergewöhnlichen Menschen, sondern auch davon, wie eng unsere Stadt seit Jahrhunderten mit der Welt verbunden ist.Kościuszko setzte sich für Freiheit und Unabhängigkeit ein und kämpfte sowohl im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg als auch für ein unabhängiges Polen. Seine Geschichte verbindet Länder und Kulturen – und Solothurn wurde zum letzten Kapitel seines Lebens.


Diese Verbindung wird bis heute gepflegt. Die Kościuszko-Gesellschaft setzt sich für den Erhalt des Museums und seiner Sammlung ein und pflegt gleichzeitig die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Polen und der Schweiz. Als Vizepräsidentin der Gesellschaft freut es mich besonders, Teil dieses Engagements zu sein.


Ein Jubiläum wie dieses macht bewusst, dass kulturelles Erbe nicht selbstverständlich erhalten bleibt. Es braucht Menschen, die sich dafür interessieren, Verantwortung übernehmen und Geschichte an kommende Generationen weitergeben. Mein Dank gilt deshalb allen, die sich in den vergangenen 90 Jahren für das Kościuszko-Museum und die Gesellschaft eingesetzt haben – und allen, die dieses besondere Stück Solothurner Geschichte heute weitertragen.


Ich wünsche dem Kościuszko-Museum zum 90-jährigen Bestehen alles Gute und hoffe, dass noch viele Menschen diesen kleinen, geschichtsträchtigen Ort mitten in unserer Stadt entdecken werden.

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© 2021 Stefanie Ingold

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