STARKE UNTERNEHMEN - 

STARKE STADT

Beitrag im Azeiger vom 15. April 2021

Liebe Solothurnerinnen und Solothurner,

liebe Leserinnen und Leser

Solothurn bietet heute über 20`000 Arbeitsplätze und diese sind mit über 86 Prozent im Dienstleistungssektor angesiedelt. Noch vor 50 Jahren war Solothurn eine Industriestadt. Die Deindustrialisierung nahm in den 1970-er Jahre seinen Lauf, die Ursachen dieser Entwicklung lassen sich im Buch «Stadtgeschichte Solothurn 19. Und 20. Jahrhundert» eindrücklich nachlesen.

Der Umbau zu einer Dienstleistungsstadt wurde von den Verantwortlichen gezielt gefördert, unter anderem gehört dazu der Ausbau des Tourismussektors, was zu einer Erfolgsgeschichte wurde. Daneben gehören gewerblichen Betriebe verschiedenster Grössen zum wirtschaftlichen Rückgrat unserer Stadt. Sie bieten Arbeits- und Ausbildungsplätze an und generieren unverzichtbare Steuereinnahmen.

Ein ehemaliger Schüler von mir ist heute Mitinhaber eines kleinen Betriebes im Bereich der Metallindustrie. Gestartet ist dieser Betrieb 2003 mit zwei Mitarbeitenden, heute sind es deren acht. Es gibt weit grössere Betriebe in unserer Stadt, die weit mehr Arbeitsplätze bieten und äusserst wichtig sind, doch jeder einzelne geschaffene Arbeitsplatz ist für unser Stadt ein Gewinn und für jemanden ganz konkret eine Lebensgrundlage. Der ausgewogene Mix aus Industrie, Gewerbe und Dienstleistungen ergibt letztlich das was unsere Stadt ausmacht. Alles ist in hoher Qualität und in der Nähe verfügbar und erreichbar.

Als Schulleiterin weiss ich um die Wichtigkeit der Industrie- und Gewerbebetriebe, die Lehrstellen anbieten. Gute Ausbildungsbetriebe sind für einen attraktiven Wirtschaftsstandort und als Partner des Bildungssektors ein entscheidender Faktor. In der Praxis beobachte ich, wie diese Aufgabe mit grosser Verantwortung und Engagement und mit grosser Selbstverständlichkeit ausgefüllt wird.  Die jungen Menschen werden ohne viel Aufhebens und unter Einsatz von personellen Ressourcen in die Arbeitswelt und in unsere Gesellschaft eingeführt. Speziell in Zeiten der Pandemie spüre ich die Dringlichkeit, dass wir genügend Lehrbetriebe haben. Jugendliche fürchten um ihre Zukunft und sie sind verunsichert, ob sie eine Lehrstelle finden werden. Es wird in den kommenden Monaten zusätzliche Anstrengungen und Anreize bedürfen, damit möglichst viele Betriebe auch weiterhin Lehrstellen anbieten können. Nicht zu vergessen sind die Menschen, die etwas mehr Begleitung und Betreuung brauchen. Hier setzt die soziale Verantwortung der Betriebe einen gesellschaftlichen solidarischen Auftrag um.

Die Stadt Solothurn ist keine Insel. Regionale und überregionale Zusammenarbeit auf Augenhöhe werden in Zukunft noch wichtiger sein. Wir haben uns auch als Teil einer Region und eines Kantons zu verstehen, welcher all die vielfältigen Beziehungen auf wirtschaftlicher und kultureller Ebene in gemeinsamer Verantwortung mit seinen Partnern pflegt.  Als Wirtschaftsstandort aber auch als Kulturstadt haben wir eine gesunde Balance zwischen Innen und Aussen zu finden. Die vielfältigen Bedürfnisse und Ansprüche der Menschen unserer Stadt und möglichst gute Rahmenbedingungen für Industrie und Gewerbe bilden zusammen mit hohen ökologischen Ansprüchen eine gesunde Grundlage für eine erfolgreiche Stadtentwicklung.

Die kommenden Herausforderungen werden wir nur gemeinsam und mit solidarischem Handeln bewältigen können, sei es im engsten sozialen Kreis der Angehörigen, im Quartier, in der Stadt, in der Region oder im Kanton!

 

Herzlichst,

Stefanie Ingold