• Stefanie Ingold

Wir können helfen.


Seit dem 24. Februar 2022 geschieht das Unfassbare in Europa: es herrscht Krieg.


Die verschiedensten Gefühle und Gedanken begleiten mich:

Fassungslosigkeit, Entsetzen, Angst, Wut, Ohnmacht - bei den Bildern im Fernsehen fliessen Tränen, Erschütterung, Trauer, Hoffnung, dass es einfach schnell wieder vorbei ist - und immer wieder Hoffnungslosigkeit nach ständig eintreffenden neuen schlimmen Nachrichten.


Wir fragen uns: Was können wir machen? Wie können wir helfen?

Wir können spenden und notwendige Hilfslieferungen zusammenstellen.

Wir können unserer Regierung zeigen, dass wir bereit sind, die Menschen aufzunehmen, die jetzt kein Zuhause mehr haben. Ich bin sehr froh, dass unsere Regierung in dieser Beziehung ein klares Zeichen gegeben hat.


Und wir können zusammenstehen und zeigen, dass wir mit den Opfern von diesem schlimmen Krieg mitfühlen, dass uns ihr grosses Leiden unglaublich betroffen macht.

Wenn wir sehen, in wie vielen Orten in der Schweiz und in ganz Europa unzählige Menschen auf die Strasse gehen, hat das bei allem Schmerz auch etwas Hoffnungsvolles und Tröstliches.

Ich will schlicht und einfach auch daran glauben, dass es auf die kriegstreibenden Kräfte eine Wirkung hat, wenn sie sehen, dass ihr Handeln in ganz Europa Entsetzen auslöst!


Können wir noch mehr machen? JA – können wir!

Wenn wir hören, wie viele Menschen jetzt schon aus der Ukraine geflüchtet sind, werden diese Menschen früher oder später auch hier ankommen. Auch wir werden Menschen aufnehmen. Wir werden ihnen zeigen, dass sie hier willkommen sind, wir werden ihnen das Gefühl des Willkommenseins auch noch geben, wenn sie vielleicht für längere Zeit nicht mehr in ihre Heimat zurückkönnen.

Denken wir daran, dass auch jetzt schon Menschen unter uns leben, die vor Kriegen geflüchtet und unter schwierigsten Bedingungen bei uns angekommen sind. Auch ihnen müssen wir immer wieder zeigen, dass sie bei uns willkommen sind. Auch wenn sie für immer bleiben werden.

Denn wir sehen jetzt in der Ukraine: wenn es auch nur eine kleine Möglichkeit gäbe, würden alle Menschen wieder in ihre Heimat zurückkehren. Es ist schmerzlich genug, wenn Menschen feststellen müssen, dass dies nie mehr möglich sein wird. Wenn diese Menschen in der neuen Heimat auch noch Ablehnung erfahren, ist dies doppelt schlimm.



Wir zeigen unser starkes Mitgefühl mit der ukrainischen Bevölkerung, die unendliches Leid erdulden muss.

Was mich momentan jedoch auch erschaudern lässt ist, wenn bei uns lebende Menschen mit russischem Hintergrund Anfeindungen und Ablehnung erleben müssen.

Dazu sage ich ganz klar: Nein! Das darf nicht sein – und ich bitte alle, das auch nicht zuzulassen!


Bei uns sollen keine Menschen auf Grund ihrer Herkunft verurteilt werden, nie!


Lesen Sie auch meine Rede zur Solidaritätsbekundung vom 4. März 2022.

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