ANSTEHENDE HERAUSFORDERUNGEN GEMEINSAM MEISTERN

Beitrag im Azeiger vom 18. März 2021

Liebe Solothurnerinnen und Solothurner,

liebe Leserinnen und Leser

In der Politik fällen wir gemeinsam Entscheidungen und setzen Regeln fest, die für alle verbindlich sind und die uns ein geordnetes und sicheres Zusammenleben garantieren. Aus Erfahrung weiss ich: eine Schule funktioniert genau gleich. Auch hier entscheiden und handeln wir gemeinsam, auch hier gelten Regeln, an die sich alle halten müssen. Das Wirken an der Schule ist ein Spiegelbild unsere Gesellschaft. Wir nehmen Veränderungen wahr und reagieren darauf. Es gilt Herausforderungen anzunehmen, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und dabei immer mit Bedacht vorzugehen. Bewährtes wird weiterentwickelt, von Altgedientem müssen wir uns verabschieden, zugunsten von Neuem. Ein konkretes Bespiel dafür zeigt sich im Prozess der Digitalisierung. Noch vor 10-15 Jahren haben wir darüber diskutiert, ob das Einsetzten von Computern an Schulen Sinn macht. Heute stellen wir an der Sek I der Stadt Solothurn allen Schülerinnen und Schülern einen iPad zur Verfügung, der heute als Alltagsgegenstand wie das Lineal oder das Etui breit akzeptiert und selbstverständlich geworden ist. 

Als Schulleiterin bin ich verantwortlich für eine zukunftsorientierte, dem Zeitgeist angemessene und verlässliche Alltagsgestaltung für unsere Schülerinnen und Schüler. In einer pluralen Gesellschaft gehen die Vorstellungen über Prioritäten und zu setzende Schwerpunkte weit auseinander. Dabei ist es mir stets wichtig, zu wissen, wo wir mit unserer Schule stehen, weil ich dann eine nachvollziehbare und überzeugende Haltung einnehmen kann. Stossen unterschiedliche Meinungen aufeinander, sind wirkliches Zuhören und genaues Hinschauen gefragt. Nur so lassen sich tragfähige Lösungen finden und Kompromisse durchsetzen. Trotz aller Partizipation und allem Verständnis für Unterschiede muss ich als Schulleiterin aber auch Entscheidungen im Alleingang fällen. Auch das gehört zu Führungskompetenz und auch dafür trage ich die Verantwortung.

Auf die Nachfolgerin oder den Nachfolger von Kurt Fluri kommen ebenfalls grosse Herausforderungen zu, die es gemeinsam mit dem Gemeinderat, der Verwaltung und der Bevölkerung anzugehen gilt. Wir werden die Folgen der Pandemie gemeinsam zu bewältigen haben. In dieser ausserordentlichen Situation haben viele gelitten, auch der Tourismus, die Kultur, die Gastronomie und das das Gewerbe. Ihnen, wo immer möglich, die nötige Unterstützung zu geben, wird eine unserer Aufgaben sein. Auch werden uns die Finanzen stark beschäftigen. Noch ist nicht absehbar, wie sich diese nach der Pandemie entwickeln werden. Die notwendigen Investitionen, die jetzt vor allem im Bereich der verschiedenen Schulhaussanierungen und Erweiterungen anstehen, müssen getätigt werden. Gerade gute Schulen, mit einer intakten Infrastruktur, sind wichtige Pfeiler für die Attraktivität einer Gemeinde. Weiter wird uns die fortschreitende Klimaveränderung beschäftigen. Gegenüber unseren nachkommenden Generationen sind wir verpflichtet, auch als Stadt Solothurn spätestens 2050 das Netto-Null Ziel und damit Klimaneutralität zu erreichen. Dies umso mehr, als Klimaschutzmassnahmen immer auch Innovation und Arbeitsplätze schaffen. Und schliesslich werden wir uns mit den laufenden gesellschaftlichen Veränderungen auseinandersetzen müssen; unsere Gesellschaft wird immer heterogener. Es gilt Gefässe zu schaffen, in denen wir die Bedürfnisse der verschiedensten Bevölkerungsgruppen aufnehmen und ganzheitlich betrachten. 

Ich sehe mich in der Lage, die anstehenden Herausforderungen und Chancen zu packen und ich würde mich freuen, wenn ich diese als ihre Stadtpräsidentin und zusammen mit ihnen allen aktiv angehen könnte. Dafür möchte ich meine ganze Energie, Kraft und Leidenschaft einsetzten. Ich stelle mich der Herausforderung und bin bereit!

 

Herzlichst,

Stefanie Ingold